Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>

Im Atelier von Anja Tchepets

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

Monika Michalko

A-Reihe / 364. Wahl
IV. Quartal 2016

Farbholzdrucke
Blatt 1–3: 47,0 x 32,0 cm
Blatt 4–5: 64,0 x 47,0 cm
1. The corpse and the moon
2. Hey Simeon
3. Beyond all understanding
4. Dear Blalla W. Hallmann
5. Perla

Papierqualität: 56 g/qm Kozoshi Jo, creme
Druckerin: Ellen Sturm-Loeding, Hamburg

Malerische Holzdrucke

von Brigitte Bedei

the corpse and the moon
der tod hatte ein hobby von dem nicht viele wussten
und er sprach auch nicht so gern darüber.
doch es ging das gerücht umher, dass man ihn bei vollmondnächten
auf wäscheleinen balancieren sehen konnte.
warum er dies tat war damit noch nicht erklärt.
an einem regnerischen tag schrieb er eine postkarte
an seine freundin, die gute malerin.
darauf stand geschrieben: das spazieren auf wäscheleinen
hilft mir auch im dunklen zu scheinen.

Ernst Markus Stein


Ausstellungen von Monika Michalko sind häufig eine Art »Malerei Installation «, denn die in Berlin lebende Künstlerin bindet ihre Bilder in umfassende Raumgestaltungen ein. Farbige Vorhänge, Wand- und Bodenbemalung lassen dabei die Grenzen zwischen Bild und Präsentation zerfließen. Immer ist es ihr dabei wichtig, auf den Raum einzugehen. So etwa in der Ausstellung

Nur nicht mit beiden Beinen auf der Erde stehen

in der Galerie im Marstall in Ahrensburg 2015. Ihre Installationen aus Stoffen, Teppichen und bunt bemalten Gegenständen scheinen wie eine räumliche Übersetzung ihrer Bilder.

Ihre Malerei ist durchzogen von einem abstrakten Bildvokabular: Rauten, girlandenähnliche Gehänge, Halb- und Vollkreise, Blasen, Tropfen und Gestänge verdichten sich spielerisch zu Bildern, die inspiriert sind von Reisen nach Portugal, Ägypten, Indien und in die Türkei. Michalko malt farbige Traumlandschaften und lässt fantastische Stadtansichten in ihren Bildern aufleben. Häufig erheben sich ihre ornamentalen, farbig angelegten Formen aus dunklem Grund, was ihnen etwas Magisches verleiht. Monika Michalko hat in ihrer Malerei eine ganz eigene Formensprache und Farbigkeit entwickelt. Die für ihre Arbeit typischen Ornamente und Architekturformen erinnern formal an die großen Maler der klassischen Moderne, an Paul Klee und insbesondere an Joan Miró.

Nach Ruth May war Monika Michalko die zweite Stipendiatin der griffelkunst in der »Druckwerkstatt Handdruck Loeding & Sturm« in Hamburg.
Mehr als sechs Wochen lang hat sie unter Anleitung von Ellen Sturm-Loeding auf den Lithostein gemalt, in Metall gestochen und ihre Motive
schließlich in Holz geschnitten. Entstanden sind wunderbare Druckgraphiken, so vielfältig wie die verschiedenen Techniken, immer aber in der unverwechselbaren Handschrift der Künstlerin. Insbesondere die Farbholzdrucke haben die Jury begeistert, und so haben wir Michalko eingeladen, eine Serie für uns zu realisieren. Entstanden sind fünf mehrfarbig angelegte Hochdrucke, die eindrucksvoll zeigen, wie die Künstlerin ihr abstraktes Bildvokabular in die Graphik übersetzt hat: Dreiecke, Linien, Kreise, Oval- und Tropfenformen verdichten sich zu Bildern in der für sie typischen Farbigkeit. Die Farben werden monochrom gesetzt und von Ellen Sturm-Loeding mit der Handpresse mal deckend, mal durchscheinend auf feinem Japanpapier gedruckt. Zum Teil erheben sie sich aus dunklem Grund, immer verdichten sie sich zu horizontal angelegten, elementaren Formen. Dabei ist nichts gezirkelt oder mit dem Lineal gezogen, vielmehr haben die Bilder eine ganz eigene Handschriftlichkeit mit krummen Rändern und von Hand gezogenen Linien. Eine Ordnung von Fläche und Raum scheint dabei nahezu aufgehoben. Aus den abstrakten Formen tauchen einzelne Worte oder knappe Sätze auf, die grob ins Holz geschnitten sind: The corpse and the moon, Hey Simeon, Beyond, Blalla; eine Hommage an den Künstler Blalla W. Hallmann, zu dessen Arbeiten sich eine formale Nähe herstellen lässt.
Es sind magische und dabei gleichzeitig naiv anmutende Bilder, mit denen die Künstlerin uns zum freien Assoziieren einlädt.

Monika Michalko, geboren 1982
in Sokolov, Tschechien, lebt und arbeitet in Berlin.

2003–2009 Studium der freien Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
2006 École supérieure des beaux-arts de Marseille, Frankreich
2015 Werkstattstipendium der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

Einzelausstellungen
2016 Bleiben will ich wo ich nie gewesen bin, Kunsthaus Jesteburg, Jesteburg
New Positions, Art Cologne, Köln
2015 Nur nicht mit beiden Beinen auf der Erde stehen, Galerie im Marstall, Ahrensburg (K)
2014 Tonka, Produzentengalerie Hamburg (K)

Ausstellungsbeteiligungen
2015 Still sein und langsam Kirschen essen, Keith, Berlin
2014 Wo ist hier? #1: Malerei und Gegenwart, Kunstverein Reutlingen, Reutlingen

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