Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014

Florian Meisenberg

B-Reihe / 346. Wahl IV. Quartal 2012
Lithographien

1. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 1 62 x 50,5 cm / 47 x 37 cm
2. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 2 62 x 50,5 cm / 47 x 37 cm
3. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 3 62 x 50,5 cm / 47 x 37 cm
4. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 4 62 x 50,5 cm / 47 x 37 cm
5. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 5 62 x 50,5 cm / 52 x 42 cm
6. Magic moments of homeopathy & other adventures Part 6 62 x 50,5 cm / 47 x 37 cm

Papierqualität: 210 g/qm Zerkall Bütten
Drucker: Felix Bauer, Köln

Das Bild als Illusion

griffelkunst: Du hast von 2004 bis 2010 an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und bist seit 2010 »Weltmeisterschüler« bei Peter Doig. Du bist Maler, Kunsttheoretiker, Galerist, Performancekünstler… In Deinen Ausstellungen kombinierst Du verschiedene Materialien, Techniken und Medien. Stehen sie alle gleichberechtigt nebeneinander oder gibt es ein bevorzugtes Medium?

Florian Meisenberg: Die Malerei empfinde ich als Grundlage und Basis meines allgemeinen künstlerischen Schaffens. So durchdringt ihr Geist auf gewisse Weise zum Beispiel auch meine Videos & Performances und wenn ich weiterdenke auch meine gesamte Wahrnehmung und fast schon Existenz.

gk: 2007 hast Du mit Deiner Freundin Anna K.E. die Gallery Hasen gegründet, mit der Ihr den Audi Art Award 2008 gewonnen habt. Existiert die Galerie nach wie vor? Was stellt Ihr aus?

FM: Ja, die Gallery Hasen existiert noch und wird wohl auch für eine kleine Ewigkeit bestehen, denn sie ist ja eine fiktive Galerie, die sich immer wieder an neuen Orten und Gegebenheiten in anderer Struktur temporär kristallisiert. Wir haben bereits viele Projekte realisiert und mit vielen Künstlern zusammengearbeitet, z.B. Peter Doig, Tal R, Gia Edzgveradze, Friedrich Kunath, Jonathan Meese, Christopher Williams und viele mehr.
Eines der letzten größeren Projekte im Schmela Haus K21 in Düsseldorf fand zur Beuys Ausstellung statt. Dort hatten wir mehr als 30 Künstler eingeladen, sich mit dem Hut von Beuys auseinanderzusetzen. Beuys hatte nämlich einem gewissen Peter Heisterkamp, als er in seine Klasse wechselte, dringend nahegelegt, endlich das Klischee des Pfeife rauchenden Künstlers, der seinem Professor nacheifert (Bruno Goller), abzulegen und er wurde dann sozusagen über Nacht zu dem legendären Plinky Palermo, den wir alle kennen. Wir wollten also den Beuys-Hut sozusagen entmystifizieren oder entmuffen und haben dann in einer riesigen, endlosen und chaotischen Auktion alle Kreationen von einem Christies-Auktionator aus London zu Gunsten der Künstler versteigern lassen… http://galleryhasen.blogspot.de/

gk: Du malst häufig auf textilen Materialien. Deine Bildträger spannst Du nicht auf Keilrahmen, sondern lose auf Leinen oder befestigst sie direkt an der Wand. Du malst auf Tischdecken, Betttüchern und Vorhängen. Alles wirkt irgendwie improvisiert und spontan.

Für die griffelkunst hast Du eine Serie von sechs Lithographien geschaffen, die in enger Anlehnung an Deine Malerei entstanden sind. Die Motive hast Du, in einzelne Farben zerlegt, direkt auf den Lithostein gemalt. Trotz des »Materialwechsels« ist den Motiven nichts an Leichtigkeit und Spontanität verloren gegangen. Wie war die Arbeit in der Werkstatt von Felix Bauer?

FM: Wirklich sehr gut! Felix ist ein hervorragender Drucker mit großer Erfahrung, aber vor allem hat er ein unglaubliches Gefühl und eine besondere Sensibilität für die Ideen und Vorstellungen des Künstlers. Er hat keinerlei Probleme, sich diesen Zielen voll und ganz zu verschreiben. Da er per Hand druckt, haben die Drucke eigentlich immer etwas Einzigartiges. Ich empfand die gesamte Zusammenarbeit als echte Kollaboration. Deswegen würde ich mich auch freuen, wenn sein Name in Zusammenhang mit meinen Drucken erwähnt würde.

gk: Fünf Deiner Motive hast Du im Irisdruck gedruckt, einem Verfahren, in dem mehrere Farben regenbogenartig mit ineinander laufenden Farbrändern gedruckt werden. Die ganze Serie ist so von einer effektvollen, pastelligen Farbigkeit geprägt. Warum dieser dekorativ anmutende Fond?

FM: Farbverläufe spielen in meiner Malerei eine wichtige Rolle und so war es mir ganz natürlich, diese Farbverläufe auch in der Lithographie zu verwenden. Zudem erlaubt es mir ja, auf einem Stein zwei Farben zu benutzen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich meine Begeisterung für den Irisdruck mit Felix leider nicht teilen konnte ... Er ist ihm eigentlich zu vordergründig. Dennoch haben wir den dreifarbigen Irisdruck für 2015 geplant…

gk: Deine sechs Arbeiten sind nicht als Serie angelegt, jedes Blatt steht für sich. Dennoch gibt es bestimmte Formalien oder auch Motive, die immer wieder in Deinen Werken auftauchen: häufig läuft ein horizontaler Streifen am unteren Bildrand entlang. Oder das Bild wird durch einen aufgezogenen Vorhang am rechten Bildrand zur Bühne und erhält so etwas Illusionistisches. Gefäße formieren sich zu Stillleben und fliegende Körperteile erhalten in Deinen Bildern nahezu ornamentale Qualitäten. Das Bild als Bühne? Was spielen die Dinge für eine Rolle? Das letzte Motiv Deiner Serie erinnert an surreale Vorläufer. Es zeigt ein Bild im Bild im Bild. Hier scheint ein Künstler über seine eigene Sache zu reflektieren. Kann man Deine Kunst als selbstreferentiell bezeichnen?

FM: Die Malerei war und ist für mich immer Albtraum und Traum zugleich, denn wohl kein anderes Medium ist durch die große Tradition und Geschichte so sehr belegt und behaftet. So reizt es mich immer wieder, diese klaren Grenzen zu durchbrechen und zu überwinden. Ich denke, dass die klassische Idee des Bildes als Illusion eine Hauptmotivation für meinen endlosen Willen zum Experiment war und ist.
Ich habe mir dadurch über die Jahre eine Art Sammlung von Essenzen geschaffen, mit denen ich nun in einer neuen Sphäre oder auch Sprache experimentiere. Zudem beschäftige ich mich intensiv mit der Leere im Bild, in der Malerei, also den Leerstellen. In meinem Fall häufig die nackte Leinwand, auf der sich Spuren der Farbe und des Öls wie zeitlose Phänomene arrangieren. John Cage sagte einmal, dass Musik eigentlich immer nur Geschichten erzählt und er sich gelangweilt davon abgewandt Zuflucht bei den Geräuschen und der Stille gefunden hat. Ähnliches empfinde ich in der Malerei.

Das Interview für die griffelkunst führte Brigitte Bedei mit Florian Meisenberg im September 2012 per E-Mail.

Ein youtube-Kanal von Florian Meisenberg findet sich hier.

348 B1
348 B2
348 B3
348 B4
348 B5
348 B6

Florian Meisenberg

1980 geboren in Berlin

 

© Griffelkunst e.V. 2017 Alle Rechte vorbehalten! Impressum