Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

Jonathan Meese

E 478

E 478

E 478 HEILBUTTN’S DER KUNST (FORMZUCKI), 2006/2011
handkolorierte Lithographie auf Holzdruck

Papierqualität:
Drucker: Peter Loeding und Ellen Sturm, Hamburg

Ein „neuer“ Meese!

von Stephanie Bunk

Jonathan Meese muss man nicht mehr groß vorstellen, schon gar nicht unseren Mitgliedern. Der Künstler hat in den letzten zehn Jahren mehrere Griffelkunst-Serien und Einzelblätter in den drei traditionellen druckgraphischen Techniken entwickelt: Lithographien (2003), Farbradierungen (2004), Farbholzdrucke (2005) und Radierungen (2007).
In den letzten Jahren hatte sich Meese von der öffentlichen Kunstbühne ein wenig zurückgezogen. In diese Phase fällt die Entscheidung, die wunderbare, farbige Lithographie, die schon 2006 für die griffelkunst entstanden ist, nicht sofort herauszugeben, sondern die Arbeit noch ein wenig ruhen zu lassen.

Nun ist endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem wir das Blatt unseren Mitgliedern präsentieren können. Es zeigt ein Selbstporträt des Künstlers auf der Höhe seiner Kunst. Mit leichtem Pinsel hat Meese sein Konterfei mit nur wenigen markanten Linien auf den Lithostein getuscht. Schwarz gedruckt wird es anschließend ungewöhnlich zart und vielfarbig coloriert. Wie alle seine bisherigen Editionen ist es in der Druckwerkstatt von Ellen Sturm und Peter Loeding entstanden. Einen Einblick in die konzentrierte,  freundschaftliche Zusammenarbeit und die familiäre Atmosphäre in der Druckwerkstatt vermitteln Ellen Sturms Photographien, die 2005 während der Entwicklung der Holzdruckedition für die griffelkunst entstanden sind.

A-REIHE, 327. Wahl, III. QUARTAL 2007
Radierungen

1. ZWEI SCHWÄNZE FÜR EIN HALLELUJA (DJANGO IV-II) 57,0 x 75,5 cm / 40,0 x 50,0 cm (zweifarbig)
2. DIE EXE SCHRYMPYLEI 75,5 x 57,0 / 50,0 x 35,0 cm (einfarbig)
3. DER HOHLSTE KUNSTHISTORIKER 75,5 x 57,0 cm / 49,8 x 40,0 cm (einfarbig)
4. DER JUNKER TONI, OHNI 75,5 x 57,0 cm / 50,0 x 40,0 cm (einfarbig)
5. DON SKELETTI IM FETTNAPF MIT 10 ZÄPFCHEN 75,5 x 57,0 cm / 50,0 x 39,6 cm (einfarbig)
6. COLONEL IVERSON 75,5 x 57,0 cm / 50,0 x 35,0 cm (einfarbig)

Papierqualität: 300g/qm Sommerset Velvet
Drucker: Peter Loeding, Ellen Sturm, Hamburg

„Meeses Kunstauffassung hat einen utopischen Charakter. Daraus bezieht sie letztlich ihre Kraft. Man kann in diesem Sinne von einer Utopie des Ausdruckswillens sprechen, als in jeder Arbeit der Gedanke durchscheint, mit der Überwindung der Hemmschwelle zugunsten des Ausdruckswillens sei schon einiges, vielleicht sogar das Wesentliche geleistet.“ Mit diesen Worten beschreibt Robert Fleck die Kunstauffassung Meeses in seinem Katalogbeitrag zur großen monographischen Ausstellung 2006 in den Deichtorhallen. Er sieht die Utopie des Ausdruckswillens als gemeinsames Merkmal seiner Arbeiten, genauso wie die Selbstanrufung des Künstlers. Die Selbstinszenierung als Künstler praktiziert Meese neben zahlreichen Selbstdarstellungen in seinen Gemälden, Skulpturen und Installationen vor allem in seinen öffentlichen Auftritten und Performances. Auch hier äußert sich sein utopischer Ansatz, denn, wie er in einer Performance anlässlich einer Preisverleihung sagt, die Kunst sei die einzige Alternative und der Motor aller künftigen Revolutionen: „Es ist nicht die Religion, es ist kein soziales Gefüge mehr, sondern die Selbstverständlichkeit der Revolution, die statuslos und vogelfrei sich nach vorne entwickeln wird, weil es keine andere Richtung gibt, und das kann nur die Kunst gewährleisten. Alles andere ist Nostalgie, alles andere ist Befindlichkeit. Es gibt überhaupt keine Sicherheiten mehr, und das ist gut so, und deshalb können wir einfach frei aufspielen: Hosen runter, Karten auf den Tisch, loslegen, loslabern, Unsinn reden, das ist ja wohl das Grundrecht eines Künstlers.“ (Protokoll einer Performance im Magazin der Süddeutschen Zeitung Heft Nr. 11)
Von diesem Grundrecht macht Jonathan Meese ordentlich Gebrauch und so lässt er auch in der Griffelkunst-Edition im wahrsten Sinne des Wortes „die Hosen runter“. Das erste Blatt der Serie von Radierungen ZWEI SCHWÄNZE FÜR EIN HALLELUJA (DJANGO IV–II) ist zwar durchgestrichen – ein Zeichen für den Drucker, dass die Platte nicht mehr gedruckt werden darf – , doch bei Meese wird dieses Zeichen zum Bildelement umgewertet. Überhaupt spielt der Künstler mit den Möglichkeiten der Radierung, indem er seine authentischen, schnellen Notizen in malerischen Gesten mit Kaltnadel und Ätzungen unmittelbar auf die Platte überträgt. Nicht nur das erste Blatt gewährt intime Einblicke, sondern auch Blätter wie DER HOHLSTE KUNSTHISTORIKER und DON SKELETTTI IM FETTNAPF MIT 10 ZÄPFCHEN können durchaus als bissige Kommentare zur Kunstwelt gelesen wer- den. Ganz unvermittelt hat Meese seine Figuren auf die Platte gebracht und mit Namen beschriftet: „Wie gesehen – so radiert“ könnte man seine Arbeitsweise beschreiben. In seinen Radierungen führt der Künstler vor, wie er seine Motive anlegt und Figuren perspektivisch konstruiert. Sein Strich zeugt von der malerischen Sicherheit und Schnelligkeit, die seine Bildkompositionen prägen. Auch hier greift der von Fleck beschriebene Ausdruckswille, der sich über bestehende Konventionen hinwegsetzt: „Sein Werk ist ein Aufschrei gegen die durchgehende Selbstkontrolle, zu der der Einzelne in der postindustriellen Gesellschaft rund um die Uhr gezwungen ist.“
Die aktuellen Radierungen sind wie die vorherigen Editionen für die griffelkunst im Laufe von zwei Jahren und in enger Zusammenarbeit mit Peter Loeding und Ellen Sturm entstanden, die mittlerweile zur erweiterten Familie des Künstlers zu zählen sind und selbst schon Erwähnung in seinen Bildern gefunden haben.

C-REIHE, 319. WAHL, III. QUARTAL 2005
Rittertum des Raubtiertums der Vorstaatshermetik des hermetischen ERZGEBIETES „VAKUUMEESE“ (Endlose Liebelei, Selbsbann, Präver- dingtes, märchenhafte Willkür, Nacktyrn und waldgelbliches Getreide)
Farbholzdrucke, 2005. 76,0 x 50,0 cm

1. Dietrich v. Bern in Drachenhaut, 1000 Augen des Dr. Mabusen Ihm befehligend im 1. Rittergeschlechtyrn (Vampirritter aus Früchtebrei) 5-farbig auf Somerset Bütten weiss, 300 g/qm
2. Siegfried der Blökkopf in Hornhaut im Gewand des Verzückten. Später erschien noch SÜSOSIRIS und bot immer Schach dem Erzdämon (Dräcül) 5-farbig auf Somerset Bütten black, 250 g/qm
3. Hagen v. Tronje im Meeresgrund, nahe Atlantisis (Präritter mit erntefrischer Kriegsbemalung und Krallenhänden des Dr. NO (Dr. ÖLPRINZYRN) 3-farbig auf Somerset Bütten black, 250 g/qm
4. Dietrich v. Bern im Mosaikbluthautrüstzeug als Freund des 1. Rittergottes Hagen v. Tronje (FESTUS), später einmal nackt und lieb im Wehrwald. 2-farbig auf Somerset Bütten newspaper grew, 250 g/qm
5. Siegfried im Turmzimmer. Da war noch eine kleine Zeit. Da war ein Waldmädchen und sprach: Nunmehr sei dies der Pakt mit dem Teufelsmädchen. Eine Mädchenschar galoppierte vorbei. 5-farbig auf Somerset Bütten weiss, 300 g/qm
6. Hagen v. Tronje der Tiefsee mit hermetischen Vorsteinzeitinnen—Schmuck, Sauauge und 1000 Präelementen (Vampirmilch) 3-farbig auf Somerset Bütten weiss, 300 g/qm

Drucker: Peter Loeding und Ellen Sturm, Hamburg

SCHACH dem Hermetischen RITTERTUM Im hermetischen ERZRAUM, nah’ der TRUTZBURG der Vormenschen aus Sahne, Mehl und Fischtee neutralisierte sich das ausgelagerte Waffentum, wie Erntebrei. Im letzten Erntelicht spielten sich 40000 Waldbildnisse aus und nah‘ dem SQUAW- BACH versammelte sich das Raubtiergottmädchen DRUSILL‘ mit 12 ihrer Gespielinnen, die wiederum 23 Vampiergöttinnen verkörperten. Sie befehligten die Präzivilisation im Glutauge der Saalbedingtheit „Pompeji“. Die Präinsekten sprachen: Ich, Präbaby Jonathans im Glück des Meese trage das hauchdünne Kleidlein der Staatszivilisation, 1000 Milchzähnchen dabei und das Vormenschentum sei Dein Skalp: Phantomeese entstand. Es war dies der 1. Ausgleich der Säuischen Druckverhältnisse „Raketenstufe 4“, erntend, das Präpathologische schrie: Ich ward das 1. Saalbaby der Verbannung geworden, Caligula begleitend, Dr. Wahnpsychozoz ward Gesetz. Die kleine Körperschlange verschlang Eldorado ohne Angst+Schrecken. Alles ist 1. Liebe. Sei NONNINEI.
Jonathan Meese

In seinen sechs „Erntebildnissen“ arbeitet Jonathan Meese, mit dem die griffelkunst bereits eine Serie schwarz-weiß Lithographien (Herbst 2003) und zwei Kombinationsdrucke aus Radierung und Linolschnitt (Frühjahr 2004) aufgelegt hat, erstmals in der Technik des Holzdrucks. Seinen Signiertermin in Hamburg haben wir zum Anlass genommen, uns mit ihm und dem Drucker Peter Loeding über Auflagenkunst, Druckgraphik und die Entstehung seiner jüngsten Edition zu unterhalten.

Reiner Ruthenbeck hat in unserem Gespräch zum fünften Graphikpreis der Griffelkunst-Mitglieder den schönen Satz geprägt: „Guter Kunst ist es gleich wer sie besitzt.“ Auf die Editionspraxis der griffelkunst bezogen, könnte der Satz auch lauten: „Guter Kunst ist es gleich wie Viele sie besitzen.“ Was hältst Du davon?

Meese: Ich find‘ das ganz in Ordnung, kann man doch so sagen. Es ist der Wille der Kunst. Es ist ja nicht unser Wille, es ist der Wille der Kunst, das zu sein, was sie sein will. Wieviel, warum, weshalb, wo und wann ist eigentlich immer egal. Um Befindlichkeiten geht es nicht. Die Kunst wird ihr Ding schon machen, so wie sie es meint, so wie sie es für richtig hält. Kunst ist ihre eigene Propaganda. Ich finde, dass man so etwas mal laufen lassen soll, die Sachen sollen sich von selbst verteilen.

Sollen sich behaupten?

Meese: Ja, sie sollen sich behaupten, ohne unser Dazutun und Dazwischengrät-schen. Wir wollen immer etwas verhindern, was aber meistens gar nicht zu verhindern ist.

Dass Verknappung ein künstlich hergestellter Mangel ist, wird bei photographischen Editionen besonders deutlich. Von einem Negativ kann man ja unendlich viele Abzüge produzieren, ohne Qualitätsverlust. Den Gesetzen des Kunstmarktes zu Folge dürfen aber nur sehr wenige Exemplare existieren und im Umlauf sein.

Meese: Richtig, das ist nur ein Mechanismus. Wenn ich Skulpturen mache, sind es meistens auch kleinere Auflagen, drei oder vier Stück. Das hat vielleicht praktische Gründe, aber das hat mit Kunst nichts zu tun. Das ist nur eine Entscheidung. Ich hoffe ja immer, dass irgendwann einmal jeder Haushalt einen Jonathan Meese besitzt.

Insofern muss dir die Druckgraphik ja entgegenkommen, mit Bilder malen kämest du da kaum hinterher!

Meese: Wenn ich mich verdoppeln und verdreifachen könnte, würde ich so viele Bilder malen. Ich bin ja jemand, der immer wahnsinnig viel macht. Ich kann mich nicht künstlich verknappen. Das müssen andere machen. Ich habe Freunde und Helfer, die das dann verknappen, aber ich persönlich kann das gar nicht. Es entspricht mir nicht, es ist nicht mein Naturell. Ich mache immer ganz viel, ich will ausprobieren und wenn es dann schief läuft oder kaputt geht, dann geht es halt kaputt. Das gilt auch für das Drucken: Ich finde es super, dass man da immer etwas Neues machen kann und etwas Neues entdeckt und weiter kommt und vielleicht auch mal daneben haut. So etwas muss erlaubt sein, sonst geht es nicht. Alles andere finde ich unmenschlich.

Gibt es eine Technik, die du gerne einmal ausprobieren würdest?

Meese: Jede Technik! Ich bin offen für jede Technik. Ich find jede Technik spitze. Man muss jede Technik lieben und wenn man sie liebt, dann beherrscht man sie auch. Man muss Respekt vor ihr haben und vor der Professionalität derer, die sie betreiben. Deshalb finde ich es auch super, mit Peter etwas zu machen, weil er ein absoluter Profi ist. Da kannst du dich dann mal fallen lassen und mal gucken, was dabei rauskommt. Irgendjemand hat einmal gesagt, das ist ja fast eine Zusammenarbeit, und so sehe ich das auch. Und ich hoffe auch, dass wir dann irgendwann mal so ein richtiges Richard-Wagner-Hagen-von-Tronje-Buch zusammen machen.

Peter, kannst du kurz erzählen, wie du mit Jonathan in der Werkstatt gearbeitet hast?

Loeding: Mein wesentlicher Beitrag besteht darin, dass wir aus den vorhandenen ersten Arbeitsproben die farbigen Fassungen entwickelt haben. Als Jonathan zum ersten Mal in mein Atelier kam, hatte er wenig Erfahrung mit drucktechnischen Herstellungsprozessen, weder im Holzschnitt, noch in der Radierung. Ich habe ihm gezeigt, wie die Werkzeuge zu gebrauchen sind, die seiner formulierenden Hand zunächst einen erheblichen Widerstand entgegengesetzt haben. Auch das Material war ungewohnt, Holz und auch Kupfer, das ging hin bis zu kleineren Verletzungen. Der Rest ist bekannt: Es hat sich daraus eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit ergeben, in deren Verlauf Meeses erste Radierungen und vor allem seine ersten Farbholzschnitte entstanden sind.

Meese: Ich würde wahnsinnig gerne einmal ein Buch machen, auch mit Texten. Vielleicht auch wirklich nach der Nibelungensage, das neu illustrieren.

Loeding: Wir bringen endlich mal wieder Hagen von Tronje in jeden Haushalt!

Die Getreidebiographie des Hermetikumeese (FRA Meeselchen)
Geborenes der Vorinselkette „Allraumönch“ X2 + 20000 v. der DINGWELT: Das Scherbengericht erzeugte den PRÄMEESE im Traum der ERZWIRKLICHKEIT (zuviele DOKTORSPIELCHEN im Volksbrei) 19012: Gefangenschaft, fortwährend (Por- zellanhand, Erzpolitik + Mutterschaft) 2023: das aufschäumende Meer verdingte sich am Präkind „JONATHANDADDY“ 2024: der Vampirsöldner „NOMADADDYLEIN“ (Propaganda der Präinsekten in Goldaggression), dann Vorzunge am Munitionsdepot 2025: Die Schatzinsel (Medusisisys) 20023: Verpuppung der Vegetation, die versteinernde Forke des Jonathan Meese ward im Puppentum der Kreislauf der Gerechtigkeitin (VORDJANGO), später Willkür der Laune der Natur im Namen des Dr. NO (Goldfingertum im Echsenstaat) ➝ Zukunft: Physiognomeese = Phantomeese (VORHERMETIK SEI LEHNSGESETZ), später ehedem VORVOLKSKÜNSTLERZ

E 389
„Die GROSSMEISTERIN der uringelben VOODOOTROMMELN „HAGEN VON TRONJE“ im saufermentierten einäugigen TINTEN- FISCHLINDWURMSEE, Eldoradoc beglubschend. (Serie 8)“, 2004
Kombinationsdruck (2-farbige Ätzradierug mit Kaltnadel überarbeitet auf 2-farbigem Linoldruck)
65,0 x 50,0 cm / 49,5 x 35,0 cm

E 390
„FRÄULEIN SIEGFRIED, die SCHARFMACHERIN des ordensburg- beschneienden Orchideengebietes „GOTTBART“, der FRAECHSE trommelnd, Eldoradon belutschend. (Serie 10)“, 2004
Kombinationsdruck (2-farbige Ätzradierug mit Kaltnadel überarbeitet auf 2-farbigem Linoldruck)
65,0 x 50,0 cm / 49,5 x 35,0 cm

Papierqualität: Velin D`Arches, 250 g/qm
Drucker: Peter Loeding, Hamburg

Zur letzten Wahl haben wir mit Jonathan Meese sechs Schwarzweiß-Lithographien aufgelegt, die vor allem durch ihren hohen Grad an Authentizität und Nähe zu seiner gegenwärtigen Kunstproduktion zu überzeugen vermochten. Bei der thematisch in Kreuzdarstellungen und Selbstportraits zweigeteilten Serie handelt es sich um Meeses erste Lithographien. Das Medium kommt seiner Arbeitsweise sichtlich entgegen. Der Steindruck eignet sich hervorragend dafür, den charakteristischen schwarzen Strich drucktechnisch umzusetzen, mit dem Meese sein gesammeltes und selbst geschaffenes Bildmaterial überzeichnet und beschriftet.
In diesem Frühjahr bieten wir von dem in Hamburg und Berlin lebenden Künstler zwei Kombinationsdrucke an, die er auf Anregung der griffelkunst in der Werkstatt von Peter Loeding entwickelt hat. Gespannt haben wir uns vorher gefragt, wie Radierungen von Jonathan Meese wohl aussehen mögen. Entstanden sind zwei mit Kaltnadel überarbeitete, zweifarbige Ätzradierungen auf zweifarbigem Linoldruck, die genauso selbstverständlich und überzeugend wirken wie seine Lithographien. Auch hier ist man geneigt, das Medium für besonders geeignet zu halten. Man spürt deutlich die Kraft, mit der die Kupferplatte bearbeitet wurde. Beide Graphiken sind bildnerisch dicht gefasst und aufwendig gedruckt. Für sich gesehen bilden sie ein stimmiges Double, im Hinblick auf die bereits vorhandenen Serie eine spannende Ergänzung.

327 A1
327 A2
327 A3
327 A4
327 A5
327 A6
319 C1
319 C2
319 C3
319 C4
319 C5
319 C6

Jonathan Meese

1970 geboren in Tokio

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