Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

Heinrich Kühn

A-Reihe / 355. Wahl III. Quartal 2014
Schwarzweiß Photographien aus dem Nachlass
Heinrich Kühn – Pionier der Kunstphotographie

1. Dorfstraße, 1930er-Jahre 30,0 x 23,4 cm / 24,6 x 17,2 cm
2. Bauernkinder, 1930er-Jahre 23,4 x 30,0 cm / 18,0 x 21,9 cm
3. Schneeball-Stillleben, 1930er-Jahre 30,0 x 23,4 cm / 24,2 x 17,1 cm
4. Akt in der Morgensonne, um 1920 30,0 x 23,4 cm / 24,6 x 17,2 cm
5. Kaktus, um 1930 30,0 x 23,4 cm / 24,2 x 17,1 cm
6. Wäsche im Winter, 1930er-Jahre 30,0 x 23,4 cm / 24,5 x 17,4 cm

Papierqualität: Fomatone MG classic
Hersteller: Larry Lazarus, Hamburg
Mappe: Archivkarton mit Leinenrücken
Hersteller Mappe: Buchbinderei Zwang, Hamburg

Auf der Suche nach der vollkommenen Photographie

von Stephanie Bunk

Mit Heinrich Kühn als »Klassiker der Photographie« gehen wir so weit in der Photo-Geschichte zurück wie nie zuvor. Kühn zählt zu den Pionieren der Kunstphotographie, wie sie um 1900 entstanden ist. Auch als Piktorialismus bezeichnet, gilt die »Kunstphotographie um 1900« als Stilrichtung, welche die Photographie als vollwertiges künstlerisches Ausdrucksmittel etablieren wollte. Sie suchte die Nähe zur Malerei, insbesondere des Naturalismus und des Impressionismus. »Die Piktorialisten näherten sich den Stil-Tendenzen der Zeit bewusst an und schufen durch aufwendige Edeldruckverfahren einzigartige Werke, die auf photographischer Grundlage beruhten und dabei optisch graphischen und malerischen Werken ähnelten. Insbesondere mit dem Verfahren des Gummidrucks, das er in Zusammenarbeit mit seinen österreichischen Kollegen Hugo Henneberg und Hans
Watzek perfektionierte, positionierte sich Kühn zu einem international anerkannten Vorbild«, schreibt Ulrich Rüter im Begleittext zur Photomappe. Kühns erklärtes ästhetisches Ziel war die vollkommene Beherrschung der Tonwerte. Das Spiel mit Licht und Schatten brachte er zur Perfektion, die Motive ordnete er teilweise diesem Zweck sogar unter. Bereits 1907 wandte er sich der Farbphotographie zu, nachdem er die von den Gebrüdern Lumière entwickelte Autochrom-Technik für sich entdeckt hatte. Zu seinem Bildrepertoire gehörten Porträts, idyllische Landschafts- und Naturaufnahmen sowie Stillleben. Darüber hinaus entwickelte er ein besonderes Interesse an der Darstellung von ländlicher Arbeit, Häuslichkeit und privater Muße. Vor allem die Mitglieder seiner Familie dienten ihm als Modelle.
Hatte Kühn zunächst mit verschiedenen Linsen, Papieren und diversen Drucktechniken experimentiert, so wandte er sich nach dem Ersten Weltkrieg der Herstellung des perfekten Negativs zu. Dazu entwickelte er das Verfahren der »Syngraphie«, bei dem von einem Motiv mehrere Negative mit unterschiedlicher Belichtungszeit angefertigt werden. Bei der Herstellung der Abzüge werden die Negative übereinandergelegt, sodass sich die Tonwertskala erhöht und selbst extreme Helligkeitsunterschiede abgebildet werden können.
Die sechs Motive der Griffelkunst-Edition stellen nicht nur einen Querschnitt durch Heinrich Kühns Motivik dar und leben in hohem Maße vom Spiel mit Licht und Schatten. Teilweise wurden die Photos sogar von Negativen abgezogen, die Kühn im »syngraphischen« Verfahren hergestellt hatte. Die sechs Aufnahmen, die größtenteils aus seinem Spätwerk ab 1930 stammen, sind damit einerseits charakteristisch für das Werk von Heinrich Kühn. Andererseits weisen sie bereits über ihre Zeit hinaus. Ulrich Rüter bezeichnet Kühn in seinem Text als einen »Modernisten wider Wil- len«, denn obwohl er der Tradition verschrieben war, zeigen die späten Arbeiten, dass er den Tendenzen der photographischen Moderne und des »Neuen Sehens« der Zwanzigerjahre gegenüber aufgeschlossen war.

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