Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Volker Hueller

A-Reihe, 339. Wahl, III. Quartal 2010
Me, Myself, and I, 2010
Radierungen von sechs Platten auf farbigem Fond
34,5 x 28,0 cm / 53,0 x 38,5 cm

1. ohne Titel
2. ohne Titel
3. ohne Titel
4. ohne Titel
5. ohne Titel
6. ohne Titel

Papierqualität: 340 g/qm Zerkall Bütten
Drucker: Kunst- und Radierwerkstatt W. Jesse, Inh. M. Jäger, Berlin

Mit Volker Hueller stellen wir Ihnen einen unserer drei Graphikpreis-Gewinner vor. Der Maler bevorzugt die Technik der Collage; sie verbindet seine großformatigen Ölbilder mit seinen druckgraphischen Arbeiten und bestimmt seine Arbeitsweise. Der Eigenwertigkeit der für die Collage verwendeten Materialien kommt bei seinen Bildfindungen eine zentrale Bedeutung zu. Auch die Druckplatte hat für ihn ein „Eigenleben“, das er sich für seine Arbeit zu Nutze macht: „Durch die besonderen Eigenschaften des Materials verändert sich der Strich, wird neutraler, mag er auch noch so frei sein. Im Druck wird er spiegelverkehrt, durch die Ätzung dreidi- mensional und erfährt so eine Transformation, die eine Distanz zu meiner Arbeit schafft“, sagt Volker Hueller über die Arbeit auf der Radierplatte. Schon während des Studiums hat er mit dem Radieren begonnen und sich für die Unterschiede und Abweichungen, die durch die eigene Materialität der Druckplatte entstehen, interessiert. Er beschränkt sich auf die Technik der Strichätzung, also das Zeichnen mit der Radiernadel auf der mit Asphaltlack vorbereiteten Kupfer- oder Zinkplatte, denn so ist ein relativ direktes, unmittelbares Arbeiten möglich. Vor allem bei seinen großformatigen Radierungen spielt das Prinzip der Collage eine zentrale Rolle, zunächst auf der Ebene der Vorarbeiten. Volker Hueller entwickelt dabei genaue Konstruktionsskizzen, bevor er diese dann auf die Platte überträgt. Dazu werden in zahlreichen Schritten Zeichnungen zerschnitten und neu zusammengesetzt, bestimmte wiederkehrende Formen aufgegriffen oder verworfen. „Ich baue möglichst viele Filter und Ebenen zwischen der ursprünglichen Idee, der Zeichnung und dem, was auf der Radierplatte erscheint, ein, um so einer Art kalkuliertem Zufall Raum zu geben.“ Durch diesen „kalkulierten Zufall“ schafft er eine Distanz zu seinem Werk, ein Moment der Überraschung, das einen spannenden Gegensatz zwischen der kontrollierten Konstruktion, der präzisen Planung und dem Ergebnis auf dem Druckbogen darstellt.

Für die sechsteilige Griffelkunst-Edition hat der Künstler drei Kupferplatten in jeweils sechs Streifen unterteilt, die in unterschiedlicher Reihenfolge aneinander gelegt die sechs verschiedenen Motive ergeben. Auch hier setzt Volker Hueller die Technik der Collage ein und (er)findet ihre Entsprechung auf der Ebene der Radierung in den zerschnittenen und neu zusammengesetzten Druckplatten. Die Idee entnimmt er aus Kinderbüchern bzw. Kinderspielen, in denen aus einzelnen Teilen immer wieder neue Phantasiefiguren entstehen. Man findet ein ähnliches Prinzip auch bei den Surrealisten, dort bezeichnet als „Cadavre Exquis“. André Breton beschreibt das Prinzip folgendermaßen: „Spiel mit gefaltetem Papier, in dem es darum geht, einen Satz oder eine Zeichnung durch mehrere Personen konstruieren zu lassen, ohne dass ein Mitspieler von der jeweils vorhergehenden Mitarbeit Kenntnis erlangen kann.“ Es diente den Surrealisten dazu, dem Zufall bei der Entstehung von Bildern Raum zu geben. Auch Hueller setzt diese spielerische Methode ein, um dem Zufall eine Chance zu geben. Doch auch hier ist es eher ein kalkulierter Zufall, dem ein hohes Maß an Konstruktionsaufwand vorausgegangen ist, um die Motive so vielschichtig werden zu lassen.

Volker Huellers Radierungen sind in der Regel Unikate, da er sie nach dem Druck individuell aquarelliert. Um auch in der hohen Auflage die für seine Radierungen charakteristische Farbigkeit beibehalten zu können, hat der Künstler sechs verschiedene Fonds entwickelt. Gedruckt wurde diese sehr aufwändige Edition bei Manuela und Detlef Jäger, die für den Druck eines Blattes jede der sechs Platten einzeln von Hand einfärben, um sie anschließend exakt zusammengesetzt auf den farbigen Fond zu drucken.

339 A1
339 A2
339 A3
339 A4
339 A5
339 A6

Volker Hueller

1976 geboren in Forchheim

 

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