Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

Karl Horst Hödicke

A-Reihe / 354. Wahl II. Quartal 2014
Lithographien
53,0 x 38,0 cm / 42,0 x 30,0 cm

Der Himmel über Schöneberg
1. ohne Titel
2. ohne Titel
3. ohne Titel
4. ohne Titel
5. ohne Titel
6. ohne Titel

Papierqualität: 250 g/qm Lana Royal Bütten
Drucker: Tabor Presse Berlin

Der Himmel über Berlin

von Brigitte Bedei

Seit fast 40 Jahren arbeitet Karl Horst Hödicke in seinem Berliner Atelier in der Dessauer Straße in Kreuzberg, nahe dem Potsdamer Platz, blickt auf das Brandenburger Tor, den Reichstag, auf das öde Niemandsland an der Mauer und auf das Haus der Ministerien der DDR. »Wüste Gobi« nennt er das einstige Brachland im Herzen Berlins. All das spiegelt sich in seiner Kunst der Siebziger- und Achtzigerjahre wider. Der Blick des Malers schweift durch die Großstadt, hängt an Schaufenstern und Plakaten genauso wie an Hinterhöfen und Spekulationsruinen.
Auch den Himmel über Berlin malt Hödicke. Der ist aber nicht grenzenlos, sondern zeigt sich spannungsvoll über steilen Fassaden alter Mietshäuser und Hinterhöfe und formiert sich 1974 in dem Zyklus Der Himmel über Schöneberg.
Es freut uns sehr, dass wir mit Karl Horst Hödicke einen der wichtigsten Künstler des deutschen Neoexpressionismus verlegen können. Gegen die gestische Abstraktion, den abstrakten Expressionismus seines Lehrers Fred Thieler, setzt er eine neue, eine figürliche Malerei in stark leuchtenden Farben. Beim Betrachten seiner Bilder entdeckt man präzise gesetzte Gesten, die den Lehrer immer noch erkennen lassen. Die abstrakten Bildkompositionen von Hödicke münden jedoch immer in eine Gegenständlichkeit. Er wird ein wichtiger Anreger der Neuen Wilden, der großen Maler der Achtzigerjahre wie Rainer Fetting, Helmut Middendorf und Salomé, die bei ihm an der Berliner Hochschule der Künste studierten, wo er seit 1974 eine Professur innehatte. Seine Weggefährten in der damaligen Zeit in Berlin waren neben Georg Baselitz auch Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Bernd Koberling und A. R. Penck.

Der Himmel über Berlin fasziniert den Künstler bis heute, und vielleicht ist das der Grund, warum er für die aktuelle Griffelkunst-Edition auf den eingangs bereits erwähnten Zyklus Der Himmel über Schöneberg zurückgreift. Entstanden sind sechs beeindruckende Lithographien, in denen der Maler einen ganz eigenen Blick auf die Stadt freigibt. Die sechs Graphiken zeigen bizarre Firmament-Ausschnitte grauer Hinterhöfe, die senkrecht nach oben photographiert über ein Umdruckverfahren auf den Lithostein gezogen wurden. In drei Druckgängen abstrahiert der Maler seine Bildidee aus den Siebzigerjahren, indem er zunächst einen silbernen Fond im Hochdruck auf das Blatt bringt, darauf die photographierte, grob gerasterte Hinterhof-Architektur druckt und schließlich mit einer Farbform das Firmament als geschlossene Fläche setzt. In einer undurchdringlichen Farbebene zeigt sich der Himmel mal schmutzig-grau, mal silbrig-schimmernd oder rostrot. Dann wieder formiert sich der durch alte Mietshäuser umrahmte Himmel zum Flugzeug, Pfeil oder Knochen und wird so zum eigenständigen Objekt, zum Ufo, wie er selber einmal sagt.

Es sind bizarre Stadtcollagen, die uns Hödicke in seinen Bildern zeigt, sein unverwechselbarer Blick auf Berlin, die Stadt, die er bis heute zum Experimentierfeld seiner Malerei macht.

354 A1
354 A2
354 A3
354 A4
354 A5
354 A6

Karl Horst Hödicke

1938 geboren in Nürnberg

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