Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

Jeanne Faust

C-REIHE, 325. WAHL, I. QUARTAL 2007
C-Prints

1. zu Global Girl (2003) 28,0 x 35,6 cm/ 23,8 x 30,0 cm
2. zu Interview (2003) 28,0 x 35,2 cm / 23,7 x 29,9 cm
3. zu Balmorhea (1999/2000) 28,0 x 37,2 cm / 21,2 x 32,0 cm
4. zu Bye Bye Vixie (2003) 28,0 x 35,2 cm / 23,6 x 30,0 cm
5. zu sonst wer wie du (2004) 28,0 x 34,7 cm/ 23,5 x 29,2 cm
6. zu IV (2005) 38,0 x 28,0 cm/ 30,0 x 24,0 cm

Papierqualität: Kodak Endura Papier
Hersteller: C-Lab, Hamburg

„Zubilder“ nennt Jeanne Faust die Photographien, die im Zusammenhang mit ihren filmischen Arbeiten entstehen. Sie erwecken den Eindruck von Filmstills, – als wären sie direkt dem Fluss des jeweiligen Films entnommen. Doch die Bilder stellen spezielle Inszenierungen von Filmszenen dar, die dort so nicht vorkommen. Für die Griffelkunst-Edition hat die Künstlerin sechs Photographien ausgewählt, die während der Dreharbeiten zu sechs verschiedenen Filmen entstanden sind. Das letzte Bild der Serie zeigt eine Szene, wie sie am Schluss des Films IV stehen könnte, im Film aber nicht mehr zu sehen ist: Eine Frau lehnt an einem Fensterrahmen, ihren Blick einem Punkt außerhalb des Bildes zugewandt. Ihre Gestalt spiegelt sich als schwarze Silhouette im Fensterglas wider. Durch den Fensterrahmen entsteht ein Bild im Bild, in dem wiederum das unscharfe leuchtende Bild einer Projektion auf Leinwand zu sehen ist. Das gleißende Licht des Filmprojektors im Vordergrund erweitert die Szene um eine weitere Bildebene und weist dem Betrachter seinen Standpunkt außerhalb der Szene zu. Jeanne Faust gibt in dieser Aufnahme einen Einblick in die Mise en Scène ihrer Photographien, das Spiel von Überlagerungen und Rahmungen, die über den eigentlichen Bildrahmen hinaus auf das Vorher und Nachher jedes Bildes verweisen. Obwohl Jeanne Faust ihre Aufnahmen in einem inhaltlichen Schwebezustand hält, sucht der Betrachter nach einem gemeinsamen Bedeutungsrahmen, in dem die einzelnen Bilder einen entscheidenden Augenblick beschreiben und ihre Auswahl aus dem Bildfluss rechtfertigen. Der Betrachter verknüpft so unterschiedliche Bilder wie ein spielendes Mädchen am Strand, einen Mann mit freiem Oberkörper in einem Feld oder ein verlassenes Zimmer zu einem gemeinsamen Handlungsstrang, zu einer Geschichte. Die Künstlerin vertraut dabei auf die „filmische“ Erinnerung des Betrachters, dessen Wahrnehmung immer schon durch das Medium Film geschult ist. Ihre Arbeiten richten sich an das innere Bildarchiv des Betrachters, das sich aus individuellen und privaten Bildern ebenso speist wie aus kollektiv verankerten. Ähnlich wie Susan Sontag für die Photographie festgestellt hat, dass man ferne Orte immer schon von der Photographie zu kennen scheint, so meint man Jeanne Fausts Bilder bereits zu kennen, sich an sie zu erinnern, obwohl man sie vorher nicht gesehen haben kann.

Charakteristisch für Jeanne Fausts konzeptionellen Ansatz ist, dass sie selbst mit einer durch Bilder geprägten Erwartungshaltung Orte und Personen aufsucht. „Die Künstlerin begibt sich an Orte, wo sie eine bestimmte Sorte von Menschen und Verhaltensweisen vermutet, eine bestimmte innere Beziehung zwischen Situationen, Emotionen, Visualitäten. Die Erwartungen, die sich an die Orte knüpfen, verweisen zurück auf ein bildkulturelles Archiv, insbesondere auf die Erinnerung an Filme oder einzelne Filmszenen, die mit einer Landschaft oder einer bestimmten Ästhetik der Darstellung von Landschaften und der in ihnen lebenden Menschen assoziiert werden.“, wie Tom Holert Jeanne Fausts Vorgehen beschreibt. Die Künstlerin beobachtet zunächst den Alltag der Menschen und die sich wiederholenden Abläufe, die ihr Handeln bestimmen. Dabei wechselt sie von dem dokumentarischen in den fiktionalen Modus, wenn sie die Personen bittet, ihre Alltagsrituale für die Kamera zu wiederholen. Sie gibt in ihren Inszenierungen dem Zufälligen, Unerwarteten und in gewisser Weise auch dem Missglückten Raum und durchbricht damit den geschlossenen Kreislauf der Filmbilder.

325 C1
325 C2
325 C3
325 C4
325 C5
325 C6

Jeanne Faust

1968 geboren in Wiesbaden

 

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