Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

Marco von Duyvendijk

B-Reihe / 354. Wahl II. Quartal 2014
Photographien im Inkjet-Print
Aus der Serie: Watch the Weather Change

1. Window, Hong Kong 2011, 52,5 x 42,0 cm / 43,8 x 33,0 cm
2. Girl in Costume, Hong Kong 2011, 52,5 x 42,0 cm / 44,0 x 32,5 cm
3. Papaya leaves, Hong Kong 2010,  52,5 x 42,0 cm / 44,0 x 32,5 cm
4. Kapok, Hong Kong 2011,  52,5 x 42,0 cm / 44,0 x 32,5 cm
5. Girl on Bed, Shanghai, China 2011,  42,0 x 52,5 cm / 32,5 x 44,0 cm
6. Lanterns, Hong Kong 2011, 52,5 x 42,0 cm / 44,0 x 32,5 cm

Serie mit Banderole und Künstlerbuch

Papierqualität: Hahnemühle, Photo-Rag, 308 g/qm
Hersteller: Marco van Duyvendijk, Rotterdam
Buch: Marco van Duyvendijk: Watch the Weather Change, 2011 Hardcover, 96 Seiten, 46 Photos, 20 Instax-Minis

Durch den Nebel des Ungewissen – Zu den photographischen Arbeiten Marco van Duyvendijks.

von Peter Lindhorst

Ein Seltsamsein durchströmt die Welt des Photographen Marco van Duyvendijk. Der Wind trägt Musikfetzen von der anderen Uferseite herüber. Unterlegt von verzerrten Gitarren repetiert eine Stimme »Watch The Weather Change«. Die Lampions der Promenade sind in leichte Schwingungen versetzt.

Tatsächlich ist eine Songzeile der US-Band Tool Namensgeber für die 2011 in Asien produzierte Serie des Niederländers. Er schafft darin eine Form des Erzählens, die mit der Sprunghaftigkeit des Daseins mithalten kann. Ein junges Mädchen posiert in einem Phantasiekostüm. Verwirrung resultiert weniger aus der bizarren Verkleidung als aus der mit gravitätischer Steifheit eingenommenen Pose. Oder ein Hotelzimmer. Irritierend der intime Anblick einer Frau auf dem Bett, die den Rücken zukehrt, splitternackt und in sich verkapselt. Schließlich die merkwürdige Untersicht in ein Astwerk. Langgestreckte grüne Arme, die ein dichtes, kunstvoll ausgeformtes Schutzgeflecht bilden. Dahinter drängen mächtige Wohntürme auf uns zu. Ist die von dem Photographen vorgeführte rätselhafte Realität eine, die er so vorfindet oder entzieht er sich eben genau jener, indem er eine eigene schafft?

Die sechs Ansichten, die der Künstler aus der Arbeit Watch the Weather Change extrahiert hat, sind äußerst fein nuancierte Momente, photographisch einer urbanen Vorgefundenheit enthoben. Ihren ganzen Zauber mögen sie erst im Zusammenspiel entwickeln. Marco van Duyvendijk ist ein Meister darin, vollkommen disparate Dinge zu einer gleichsam seltsamen wie faszinierenden Logik zusammenzuführen. Etwas, was ihn besonders auszeichnet, ist der Rhythmus und die Dramaturgie von Bildfolgen. Das beweist er in dem dazugehörigen Buch. Der Photograph, der das (selbstproduzierte) Buch als einen Freiraum des Experimentierens mit Bildern und Serien für sich begreift, zeigt darin von Wachstums- und Transformationsprozessen beherrschte Stadtszenen, zwischen die er Porträts, Naturansichten und Stillleben schiebt. Dazu kommt ein E-Mail-Austausch mit einer unbekannten jungen Frau, Verse einer längst vergessenen Dichterin sowie die, mit einer Instax-Mini gefertigten Sofortbilder. Erratisch in der Aufzählung, drängt sich dem Betrachter in der Rezeption eine elegante Schlüssigkeit auf.

Marco van Duyvendijk verfügt über eine sensorische Auffassungskraft für kleine, meist unbeachtete Momente. Diese isoliert er und taucht sie in eine gleichsam reduzierte wie betörende Farbigkeit. Das, was er photographisch einsammelt, arrangiert er schließlich zu neuen Geschichten mit offenen, schwebenden Enden. Aber wovon berichten diese Geschichten? Vom Wachsen der Städte und der Verdichtung des Lebensraums, der Entfremdung des Menschen von der Natur, der Wechselbeziehung traditioneller und moderner Werte. Vielleicht von mehr.
Van Duyvendijks Perspektive beinhaltet immer mehrere Optionen für den Betrachter, wenn dieser dessen Welt, die eine der Andeutungen ist, betritt. Das Unerklärliche lässt sich darin nicht austreiben. Durch ein riesiges Bullauge fällt der Blick nach draußen in ein weißes Nichts. Erst nach und nach wird man der Horizontlinie gewahr. Das Wetter könnte wechseln, der Dunst verschwinden. Rätsel bleiben so lange interessant, wie man ihre Lösungen nicht kennt.

354 B1
354 B2
354 B3
354 B4
354 B5
354 B6

Marco van Duyvendijk

geboren 1974 in den Niederlanden

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