Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

Heiner Blumenthal

C-Reihe / 348. Wahl IV. Quartal 2012
Radierungen
66 x 51 cm / 46,5 x 34,5 cm

1. ohne Titel
2. ohne Titel
3. ohne Titel
4. ohne Titel
5. ohne Titel
6. ohne Titel

Papierqualität: 300 g/qm Hahnemühle Kupferdruckbütten
Drucker: Kunst- und Radierwerkstatt W. Jesse, Inh. M. Jäger, Berlin

Schatten im Raum

von Brigitte Bedei

Mit Heiner Blumenthal stellen wir Ihnen einen Künstler vor, der seit vielen Jahren in einer kaum veränderten Arbeitsweise Gemälde und Zeichnungen schafft, seine imaginären Konstruktionen aber gleichzeitig auch in die Druckgraphik überführt.
Die großformatigen Bilder von Heiner Blumenthal zeigen meist in Schwarz angelegte Formationen aus schmalen Linien oder breiteren Flächen. Sie wirken wie Ausschnitte raumgreifender Konstruktionen, die zwischen Statik und Dynamik wechseln, und deren scharfkantiges Formvokabular immer wieder in fast organisch anmutende Formationen umschlägt.
Für die griffelkunst hat Heiner Blumenthal eine Reihe von sechs Kaltnadelradierungen erarbeitet, die seinem malerischen Werk sehr nahe kommen.
Es ist eher ungewöhnlich, dass bildende Künstler über ihr eigenes Werk schreiben. Noch ungewöhnlicher ist es, dass Künstler sich schreibend über das Werk von Kollegen äußern. Stephan Baumkötter, den wir Ihnen vor einigen Jahren mit wunderbar fragilen Farblithographien vorgestellt haben, hat einen sehr sensiblen Text über das Werk Heiner Blumenthals geschrieben. Wir danken ihm, dass wir diesen Text in unserem Magazin veröffentlichen dürfen.

Text für Heiner Blumenthal

von Stephan Baumkötter

Linien und Flächen, wie Gestelle in einem flachen Raum. Sie sind Konstruktionen, deren Grund allein in ihnen selbst ist. Aber mit der präzisen Notwendigkeit von architektonischen Plänen. Die Bilder werden sofort Teil des Raumes und der Wand, auf der sie hängen. So, als ob sie schon immer da gewesen oder für den Raum gemacht worden wären. Sie verhalten sich wie Silhouetten oder Schatten im Raum.
Sie haben kein System und keine Ordnung, die ihnen voraus ist. Keine Vorzeichnungen, keine Studien. Eher sind sie selber Studien für Möglichkeiten von Bildern. Dieses Mögliche und sich Ausbalancierende bleibt immer in ihnen enthalten, auch wenn sie als Malerei abgeschlossen sind. Langsam, abrupt, in sehr unterschiedlichen Zeitspannen entstehen gemalte Linien, Flecken, Verläufe, Kanten, Ausblutungen von Farben, Bindern und Malmitteln. Korrekturen, Orte, an denen Abklebungen waren, und Übermalungen sind sichtbar. Die Farben tauchen langsam aus den Linien auf.
Früher immer sehr verhalten, inzwischen deutlicher und farblich, als eigenständige Flächen, definierter. Die Linien und Flächen enden am Bildrand oder gehen über ihn hinaus. Der Rand wird zur Bildgrenze erst nach dem Aufspannen des Bildes auf den Rahmen. Die Flächen hängen im Gestell oder dehnen die Linien an den Bildrand.
Die ganze Entstehung und das ganze Material des Bildes sind sichtbar. Alles ist unmittelbar und direkt. Was nicht sichtbar ist, ist die Spur des Malers. Kein Selbstausdruck. Keine Expressivität. Eher eine Mechanik des Gefühls. Die Bilder handeln von Kontrolle und Kontrollverlust.
Am Ende sehen die Bilder so aus, als ob gerade dieses eine nur so aussehen könnte. Eine Notwendigkeit ist. Und als Widerspruch zu sich selbst immer noch alle Möglichkeiten in sich trägt. Das Bild ist ein möglicher und zugleich notwendiger Entwurf.

348 C1
348 C2
348 C3
348 C4
348 C5
348 C6

Heiner Blumenthal

1956 geboren in Idar-Oberstein

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